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Ergänzungsfach
PHILOSOPHIE
Früher war die Philosophie die Wissenschaft schlechthin. Das hat sich geändert. Zum Glück. Aber etwas von dem „Schlechthin" hat sich die Philosophie bewahrt: Sie fragt nach dem, was sonst hingenommen oder vorausgesetzt wird, ohne in Frage gestellt zu werden, und zwar sowohl im Alltag als auch in der Wissenschaft. Sie fragt zum Beispiel nach der Begründung von Normen und Regeln (Ethik) oder nach der Verlässlichkeit von Wissen (Erkenntnistheorie). Vor allem aber fragt sie nach dem Sinn. Und insofern sie allem Schein und aller Selbstverständlichkeit misstraut, ist sie die zur Wissenschaft gewordene Kritikbereitschaft. Philosophie ist die Wissenschaft des zweiten Blicks.
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Ziele Angesichts der weit über zweitausendjährigen Geschichte der Philosophie ist die Vermittlung der Philosophie ein müssiges Unterfangen. Im Ergänzungsfach sollen aber einige Grundfragen der Philosophie vorgestellt und zur Diskussion gebracht werden. Das Ziel des Ergänzungsfachs besteht dann darin, Unhinterfragtes und Sinnfragen bewusst zu machen, eine kritische Haltung zu fördern und Gewohntes oder Eingeübtes unter neuen Perspektiven wahrzunehmen. Und nicht zuletzt ist das Fach ein geistiges Entschlackungsprogramm.
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Eignung

Das Ergänzungsfach ist geeignet:

für Studierende, die auch gegen Ende ihrer Ausbildung an der ISME eine oder mehrere der folgenden Tätigkeiten als lustvoll empfinden:
etwas plötzlich anders sehen; nachdenken; kritisieren; aber sagen; nochmals aber sagen, auch wenn man schon eine Antwort erhalten hat; sich über etwas wundern, was bisher klar schien; Fragen mit dem Wort eigentlich stellen; bohren; Geistesballast abwerfen; klar sehen; denken usf.;

für Studierende, die Geistes- oder Sozialwissenschaften studieren möchten, denn da lauern an jeder Ecke das Leib-Seele-Problem und die Sprachkritik. Das EF Philosophie kann da ungemein beruhigend wirken;

für Studierende, die immer noch auf der Suche sind - nach sich, der Erleuchtung, dem Eigentlichen oder Ähnlichem. Die Philosophie gibt zwar darauf keine Antworten, konkretisiert aber immerhin die Suche.

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Themen

Zur Einführung werden drei Themen behandelt:
Erkenntnistheorie: Fragen nach Wahrheit, Erkenntnis, Gewissheit, Objektivität, Geist, Bewusstsein, Denken.
Ethik: Fragen nach der Begründung von Normen und Regeln; danach, ob es eine naturgegebene Moral gibt; nach der Gerechtigkeit; nach dem guten, „richtigen" Leben
Hermeneutik (Methode): Wie versteht man Unverständliches? Wie geht man vor, wenn alles nur Bahnhof ist? Wie erzeugt man Sinn?

Ausserdem sollen die Studierenden aus weiteren Themen etwa drei auswählen:
Politische Philosophie: Staatsbegriff; Widerstandsrecht
Rechtsphilosophie
Religionsphilosophie: Gottesbegriffe, - beweise; Religionskritik, Mystik
Tod und Todesbilder
Sprachphilosophie
Ästhetik: Kunstbegriff im 20. Jhd.
Naturbegriffe: Natur und Natürlichkeit
Liebe und Sexualität
Feministische Philosophie
Krankheit und Gesundheit: Kulturelle Definiertheit, Ethnopsychoanalyse
und andere

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Aufwand Da die Themen in der Regel aufgrund von Textgrundlagen erschlossen werden, ist ein gewisses Mass an Heimlektüre unumgänglich. Die Textauszüge sind zwar kurz, erfordern aber meist konzentriertes Lesen. Abgesehen von dieser Lektüre fallen keine Arbeiten zu Hause an. Das Lehrmittel bietet zusätzliche Informationen, deren geistiger Konsum aber fakultativ ist. Grundsätzlich lässt sich der Aufwand auf den Wissensdurst der Klasse abstimmen.
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Auskünfte Joachim Schmid,
Zollstr. 118, 8005 Zürich; 01 - 272 17 14
j.sch@swissonline.ch
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PDF-Version Info EF PS (PDF)
Info EF PS (ZIP) (komprimiert; wird direkt auf Festplatte geladen, benötigt aber ein Unzip-Dienstprogramm, z. B. StuffIt Expander)